Wie sicher sind Flugreisen in Zeiten von Corona?

Reisen erfordert durch Covid-19 besondere Maßnahmen. Aktuelle Studien zeigen aber, dass etwa das Ansteckungsrisiko in Flugzeugen minimal ist. Der Flughafen Wien steht in enger Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden und erfüllt alle Anforderungen, um die Gesundheit der Passagiere zu gewährleisten.

Laut einer Untersuchung von Frankfurter Virologen ist das Ansteckungsrisiko im Passagierraum von Flugzeugen geringer als bisher angenommen. Die Forscher der Uniklinik Frankfurt am Main haben dabei einen Flug mit einer Gruppe infizierter Touristen untersucht. Auch Forscher des Fachjournals "Jama Network Open" sind zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Bei der Untersuchung eines Fluges mit nachweislich 17 bereits beim Betreten des Flugzeuges infizierten Personen wurden während des Fluges lediglich zwei weitere Passagiere angesteckt, obwohl zu dieser Zeit noch kein Mund-Nasen-Schutz im Flugzeug obligatorisch war. Das Infektionsrisiko sei allerdings geringer als erwartet ausgefallen, so der Studienautor Sebastian Hoehl. Die Frankfurter Studie spricht demnach dafür, dass die Luftfilteranlagen im Flugzeug die Ansteckungsrisiken deutlich senken und mittels Einführung von zusätzlichen Schutzmaßnahmen - wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes - das Infektionsrisiko weiters minimiert werde. Dies zeigt beispielsweise ein Repatriierungsflug aus dem ehemaligen Hotspot Wuhan nach Frankfurt, bei welchem keine Ansteckungen registriert wurden. Bei diesem Flug gab es bereits Maskenpflicht. (Berichte zur Studie der Uni Frankfurt auf  orf.at und der  Wiener Zeitung)

Strenge Schutzmaßnahmen am Flughafen Wien

Der Flughafen Wien steht mit den österreichischen Gesundheitsbehörden laufend in enger Abstimmung. Im gesamten Terminal gilt Schutzmaskenpflicht für Passagiere und Beschäftigte. 

Check-in-, Boarding- und Informationsschalter sind mit Plexiglas-Schutz ausgestattet, an den Anstellflächen gibt es Abstandsmarkierungen und es sind zahlreiche Handdesinfektionsständer aufgestellt. Über Durchsagen und Infomonitore im Terminal werden die Passagiere vor Ort über die Schutzmaßnahmen und Abstandsregel informiert. 

Der Flughafen Wien führt außerdem am gesamten Standort verstärkte Reinigungstätigkeiten durch. So werden Handläufe, Türgriffe und Sanitäranlagen öfter gereinigt, Filter in Lüftungsanlagen werden häufiger gewechselt. Personen mit Beschwerden können sich jederzeit an Mitarbeiter des Flughafen Wien wenden.

Der Flughafen Wien bietet auch die Möglichkeit eines PCR-Tests an, mit dem allfällige Quarantäne-Auflagen im Zuge von behördlichen Einreisebestimmungen verkürzt werden können.

Fluglinien und FLughäfen setzen zahlreiche Maßnahmen

Weltweit haben Flughäfen in ähnlicher Weise reagiert und entsprechende Maßnahmen getroffen. Aufgrund teilweise unterschiedlicher Regelungen durch länderspezifische Vorschriften sollten sich Passagiere vor Reiseantritt über die jeweils geltenden Bedingungen und Einreisevorschriften informieren.

Schutzmasken im Flugzeug vorgeschrieben

Bei vielen Fluggesellschaften gilt Maskenpflicht an Bord, um das Risiko einer Virusinfektion zu minimieren. Das Tragen eines alternativen Mundschutzes, wie Schals, Tücher, Visiere und FFP2-Masken sind an Bord nicht gestattet, da Atemluft bei diesen seitlich ausströmen kann. Zusätzlich werden Flugzeuge derzeit genauso wie Flughäfen verstärkt gereinigt.

Bild: Shutterstock

FiltersystemE reinigen Luft mit klinischen Standards

Außerdem sind Flugzeuge mit speziellen Hepa-Filtern (Hepa steht für High-efficiency particulate air) ausgestattet, die sonst lediglich in Operationssälen zum Einsatz kommen.

Diese Spezialfilter können Teilchen von einer Größe zwischen 0,001 und 100 Mikrometern selektieren, kleinste Virenpartikel aus der Luft entnehmen und damit die Kabinenluft von Verunreinigungen wie Staub, Bakterien und Viren mit einer Genauigkeit bis zu 99,98 Prozent säubern. Zusätzlich findet die Luftströmung in Flugzeugen nur vertikal von der Kabinendecke hin nach unten statt, wodurch das Ansteckungsrisiko weiters gesenkt wird.

Die Luft in Flugzeugen wird so ingesamt bis zu 20x pro Stunde gewechselt, das ist doppelt so häufig wie in herkömmlich klimatisierten Bürogebäuden.

Sollte sich trotzdem ein Corona-Verdachtsfall an Bord befinden, gelten laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nur die umliegenden zwei Sitzreihen als direkte Kontaktpersonen.

Enger Austausch mit Behörden

Die Fluglinien stehen ebenso wie Flughäfen regelmäßig im engen Austausch mit den nationalen und internationale Behörden, darunter die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC).


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