Umweltschutz

Klima und Energie

CO2-Emissionsbilanz

Die CO2-Bilanz wird jährlich erstellt, um Entwicklungen und Tendenzen entsprechend ableiten zu können. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen werden geeignete Maßnahmen zur Reduktion der Emissionen ausgearbeitet.

Die vom Laboratorium für Umweltanalytik durchgeführte Berechnung basiert auf den Daten aus dem Jahr 2015 und berücksichtigt sämtliche Quellen im Bereich des Flughafens - Flugverkehr, Flugzeugabfertigung, stationäre und infrastrukturbezogene Quellen, sowie landseitigen Verkehr. Für jede dieser Quellen wurden die CO2-Emissionen entsprechend internationalen Normen in drei Bereiche unterteilt. So wurden zum einen die CO2-Emissionen aus der eigenen Geschäftstätigkeit ausgewiesen, weiters jene aus der Energieversorgung und auch die Emissionen der Fremdfirmen. Es wurde jeweils nach direkter und indirekter Beeinflussbarkeit unterschieden.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Flugverkehr mit 78 Prozent den größten Anteil an den CO2- Emissionen aufweist. Von der Flughafen Wien AG direkt beeinflussbar sind rund 11 Prozent der CO2-Emissionen, wobei der Großteil auf die Energieversorgung entfällt. Insgesamt ergeben sich im Jahr 2015 CO2-Emissionen von 316.225 Tonnen.

CO2 Reduktions-Programm

Mit Hilfe der CO2 Emissionsbilanzen beteiligt sich die FWAG auch an dem von der ACI Europe geführtem Programm Airport Carbon Accreditation System (ACAS). In diesem Zusammenhang wurde im Jahr 2014 das erste Level der Zertifizierung - Ermittlung der CO2 Emissionen am Standort - wiederholt bestätigt. Das Level 2 - Reduktion der CO2 Emissionen am Standort - wurde im Jahr 2015 erreicht.

Airport-Carbon-Accreditation ist ein speziell für Flughäfen entwickeltes System zur Erfassung von Treibhausgasemissionen der Flughäfen mit einer unabhängigen Überprüfung des errechneten CO2-Fußabdrucks sowie der Verfolgung von Reduktionszielen. Initiiert wurde das Zertifizierungsprogramm vom Dachverband der europäischen Verkehrsflughäfen ACI Europe. Nähere Informationen zu dem Programm finden Sie unter www.airportcarbonaccreditation.org.

UMWELTFREUNDLICHER FUHRPARK

Schon heute betreibt der Flughafen Wien eine der größten Erdgas-Auto-Flotten Österreichs mit 92 PKWs und 2 LKWs. Mit der zweiten Generation konnte eine weitere Halbierung der CO2 Emissionen erzielt werden. Zur Betankung haben wir eine eigene Erdgas-Tankstelle errichtet, die auch Drittkunden zur Verfügung steht. Im Bereich der Gepäckförderung setzen wir schon seit rund 30 Jahren auf elektrobetriebene Gepäckwagen. Auch die mobilen Passagiertreppen werden seit einigen Jahren nur mehr mit elektrischem Hilfsantrieb bewegt. Bis zum Jahr 2020 ist die Umstellung von rund 30 dieselbetriebenen Catering Hubfahrzeugen auf Elektroantrieb geplant.

Energieeffizienz

Energieeffizienz ist für den Flughafen Wien der bewusste Umgang mit Energie und Ausdruck verantwortungsbewussten Handelns. Um die Betriebskosten des gesamten Unternehmens so gering wie möglich zu halten, ist ein Energieeffizienz-Team laufend nach Einsparpotentialen auf der Suche.

Beispielweise durch verschiedene Modifizierungen. Unnötig helle Bereiche wurden der gesetzlichen Mindestbeleuchtung angepasst, Beleuchtung im Airsidebereich wird nur dort eingesetzt, wo sie auch wirklich notwendig ist. LED-Technologie bei der Pisten- und Rollwegbefeuerung zeichnet sich durch einen geringeren Stromverbrauch und geringere Wartungskosten aus, bei einer gleichzeitig optimaleren Sichtbarkeit. In den Kältezentralen ersetzen moderne Fördermaschinen alte Pumpen und in den Wartebereichen der Aufzüge wurde die Klimatisierung optimiert. Durch weitere zukünftige energieeffiziente Sparpakete können damit jährlich Betriebskosten reduziert werden. Alle diese Maßnahmen, realisierbar durch Umweltideen und technischen Möglichkeiten, bringen messbare Energieeinsparungen.

Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet, mit vorhandenen Ressourcen sorgfältig umzugehen. Auch beim Heizen und Kühlen. Eine 4300 Meter lange Fernwärmleitung aus der Raffinerie Schwechat besteht aus zwei Rohrleitungen und versorgt den Flughafen Wien mit besonders umweltfreundlich gewonnener Wärme. In der Raffinerie wird Heißwasser auf 170 Grad erhitzt, zum Flughafen gepumpt, gibt dort die Wärme ab und wird mit rund 90 Grad wieder zurück geleitet. Fernwärme ist besonders umweltfreundlich. Im Vergleich zu einer direkten Heizung mit Heizöl verringert sich der Brennstoffaufwand - und damit auch der CO2-Ausstoß - um rund 50 Prozent.

LUFT & SCHADSTOFFMESSUNGEN AM FLUGHAFEN

Seit rund 20 Jahren werden am Flughafen Wien konstant Luftgütemessungen im unmittelbaren Vorfeld und Pistenbereich durchgeführt. Das Schadstoffmesssystem wird von der niederösterreichischen Landesregierung betreut und in das bundeslandweite Luftgütemessnetz eingebunden. Dieses besteht insgesamt aus 39 Stationen, die halbstündlich die aktuellen Messdaten an die Zentrale liefern. Unter www.numbis.at können die Messwerte der einzelnen Messpunkte – so auch vom Flughafen Wien Schwechat – abgerufen werden. Somit sind die Werte von Schwefeldioxid und Stickstoffdioxiden jederzeit verfügbar und können mit den Messwerten anderer Schadstoffmessstellen Niederösterreichs verglichen werden. Die gemessenen Werte werden zudem mit den gesetzlichen Grenzwerten verglichen und geben so Auskunft über die Luftqualität.

Die Situation am Standort entspricht der Randlage einer Großstadt mit geringen Immissionen von Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Staub, Benzol und Schwermetallen, sowie einer mäßigen Belastung durch Stickoxide. Etwas höhere Konzentrationen, die einem städtischen Niveau entsprechen, treten nur im zentralen Vorfeldbereich des Flughafens auf. Die Ozonwerte im Flughafenareal entsprechen der großräumigen Situation im Wiener Becken. 

http://www.noe.gv.at/umwelt/luft/luftguete-innoe/messnetzinformation.html

Abfall und Mülltrennung

Im Mittelpunkt des am Flughafen Wien entwickelten Öko-Modells stehen: Vermeiden, Vermindern, Verwerten. Je weniger Müll anfällt, desto weniger Müll muss getrennt und entsorgt werden. Die Mülltrennung erfolgt nach strengen Richtlinien, was eine Wiederverwertung leichter und kostengünstiger möglich macht. Alle Möglichkeiten einer effizienten Abfallwirtschaft werden ausgeschöpft. Kein leichtes Unterfangen, da neben Flugzeug-, Catering- und Gewerbemüll auch unterschiedlich zu behandelnder Sondermüll anfällt. Biogene Abfälle, Glas- und Kunststoffflaschen werden getrennt gesammelt und der Verwertung zugeführt. Spezielle Umweltinseln in den Terminalbereichen bieten auch den Passagieren die Möglichkeit, ihren Abfall entsprechend der Kennzeichnung zu entsorgen.

Abwasser – Umweltgerecht entsorgen

Mit dem Wachstum des Standorts Flughafen Wien nahm auch die zu entsorgende Abwasserfracht von Jahr zu Jahr zu. Einen zentraler Punkt des Entwässerungsprojekts stellt die komplette Kanalisierung der Airside gelegenen versiegelten Flächen dar. Aus den einzelnen Einzugsgebieten des Flughafens - allein Pisten, Vorfelder und Rollwege machen mehr als 2,4 Millionen Quadratmeter Oberfläche aus - führen Niederschlagsabwasser zur zentralen VIE-Abwasserentsorgungsanlage. Am Eintritt der Hauptsammler in die zentrale VIE-Abwasserentsorgungsanlage wird die Belastung der Abwässer online gemessen und über deren weitere Behandlung entschieden. Sind die Abwässer unbelastet so werden sie direkt in die Vorfluter Donau und Schwechat ausgeleitet, belastete Abwässer werden wiederum über eigene Leitungen zur VKA-Schwechat gepumpt. Durch die gezielte Trennung belasteter von unbelasteten Abflüssen konnten die in der VKA-Schwechat zu behandelnden Abwassermengen reduziert werden. Das nunmehrige Entwässerungssystem entspricht in allen Punkten den behördlichen Auflagen.

Die Entwässerung des Flughafengeländes erfolgt getrennt nach kommunalen Abwässern und Regenwässern und getrennt in kommunale Oberflächenwässer, Schmutzwässer und Luftfahrzeugenteisungswässer, die an die Verbandskläranlage Schwechat-Mannswörth (VKA) angeliefert werden.

ENTEISUNGSMITTEL WERDEN GETRENNT GESAMMELT

Flugzeuge müssen im Winter vor dem Start aus Sicherheitsgründen von Eis und Schnee befreit werden. Als Enteisungsmittel werden dabei vollständig biologisch abbaubare Glykolgemische eingesetzt, die spezielle Anforderungen an die Abwasserbehandlung stellen.  Deshalb werden die an den Enteisungspositionen anfallenden Abwässer getrennt aufgefangen und langsam dem Schmutzwasser beigegeben. Seit 3 Jahren konnte durch eine Dosierung des Enteisungsmittels entsprechend der aktuellen Lufttemperatur- und feuchte der spezifische Verbrauch deutlich reduziert werden.