Börselexikon

Das Börselexikon wird zur Verfügung gestellt von der Wiener Börse.

 

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(Austiran Depository Certificate) Zertifikate, bei denen der Inhaber des Zertifikats als Aktionär der zugrunde liegenden, durch das Zertifikat vertretenen Aktien gilt.

siehe: American Depository Receipt
Abkürzung für Aktiengesellschaft.
(Brief) Preis, zu dem ein Angebot besteht. Gegenteil: BID
Abkürzung für at-the-money, am Geld
(Austrian Traded Index) Ein von der Wiener Börse AG entwickelter und real-time (Real-Time-Index) berechneter Preisindex, der das Blue-Chip-Segment des österreichischen Aktienmarktes abdeckt und die rund 20 liquidesten Aktien der Wiener Börse AG enthält. Die Aktien werden nach ihrer Bewertung (Preis der einzelnen Aktien multipliziert mit der jeweiligen Stückanzahl der Aktien) gewichtet, weshalb Werte mit einer hohen Kapitalisierung einen stärkeren Einfluss auf den ATX haben. Der ATX ist Basiswert für an der Wiener Börse gehandelte und in Euro abgerechnete Futures und Optionen. Der Startwert für die Berechnung des ATX wurde am 2. Jänner 1991 mit 1.000 Punkten festgesetzt.
Der ATX Prime ist als all-share Index konzipiert und setzt sich aus sämtlichen Titeln des Segments prime market zusammen. In das Segment prime market werden Aktienwerte einbezogen, die zum Amtlichen Handel oder zum Geregelten Freiverkehr zugelassen sind und speziellen Zusatzanforderungen, wie erhöhte Transparenzkritieren und Mindestkapitalisierung, entsprechen. Der ATX Prime wird seit dem 2. Jänner 2002 berechnet und dient vor allem als Benchmark für institutionelle Investoren.
Der ATX five ist ein kapitalisierungsgewichteter Preisindex, der aus den fünf höchstgewichtetsten Aktien des ATX besteht. Die Berechung des ATX five orientiert sich am ATX und erfolgt real-time. Es werden daher dieselben Repräsentationsfaktoren und dieselben Free Float Faktoren wie im ATX verwendet. Die Gewichtung der einzelnen Aktien erfolgt analog der Gewichtung im ATX, wobei die Gewichtung einer einzelnen Aktie im ATX five nicht begrenzt ist. Der ATX five wurde erstmals am 2. Jänner 2004 mit einem Startwert von 1.000 Punkten berechnet.
(Disagio) Das Abgeld gibt den Unterschied zwischen dem Emissionspreis und dem höheren Nennwert bzw. Rückzahlungspreis einer Anleihe an (Emissionsdisagio). Eine Emission von Aktien mit Disagio ist nicht zulässig, bei festverzinslichen Wertpapieren ist diese Art der Emission dagegen üblich. Gegenteil: Aufgeld.
(Hedge Ratio) Das Absicherungsverhältnis gibt an, wie viele Optionen relativ im Verhältnis zur Anzahl der Basiswerte benötigt werden, um sich gegen Preisveränderungen im Basiswert abzusichern.
(Settlement) Durchführung der geld- und stückmäßigen Erfüllung von Geschäften.
(Settlement-Preis) Jener Preis, zu dem Geschäfte tatsächlich erfüllt werden. Er wird bei Termingeschäften am letzten Handelstag festgelegt.
Unternehmensmeldungen, die den Preis eines Finanzinstruments an geregelten Märkten beeinflussen können. Diese Unternehmensmeldungen werden von Aktiengesellschaften im Rahmen von Ad-hoc Meldungen gemäß § 48d des Börsegesetzes (BörseG) iVm § 82 (7) und (8) BörseG publiziert. Die Emittenten von Finanzinstrumenten haben Insider-Informationen, die sie unmittelbar betreffen, unverzüglich der Öffentlichkeit bekannt zu geben. Eine Insider-Information ist eine öffentlich nicht bekannte, genaue Information, die, wenn sie öffentlich bekannt würde, geeignet wäre, den Preis dieser Finanzinstrumente erheblich zu beeinflussen. Für den Inhalt der Meldungen ist das jeweilige Unternehmen verantwortlich. Ad-hoc Meldungen sollen eine gleichmäßige Informationsversorgung aller Marktteilnehmer gewährleisten.
Geschäftsänderungen wie z. B.: Stornierungen, Kontenumbuchungen oder sonstige manuelle geschäftsbezogene Eingaben
siehe: Aufgeld
(accumulate) Analysteneinschätzung für eine Aktie, die besagt, dass sie sich in den nächsten Monaten besser als der vergleichbare (Branchen-)Index entwickeln wird. Kurzfristige Preisrückgänge werden zum Kauf bzw. zum Aufbau der Position genutzt.
Wertpapier, das einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft verbrieft und dem Inhaber Vermögens- und Mitspracherechte sichert (Beteiligungspapier). Der Preis einer Aktie ergibt sich aus Angebot und Nachfrage an dem von einem Börseunternehmen betriebenen Markt und repräsentiert den Wert des Unternehmens.
Jene Investmentfonds, die in Aktien investieren, wobei es sich um Aktien eines bestimmten Landes, einer festgelegten Region, weltweit oder einer Branche handeln kann. Sie bieten Anlegern die Chance, sich auch mit relativ geringem Kapitaleinsatz an ausgewählten Märkten zu engagieren und eine attraktive "Nachsteuerrendite" bei reduziertem Risiko zu erzielen.
Plattform zur Förderung der Eigenkapitalfinanzierung in Österreich sowie der Optimierung des heimischen Aktienmarktes und dessen Rahmenbedingungen. Durch den permanenten Dialog zwischen allen Entscheidungsträgern des Kapitalmarktes sowie durch eine aktive PR- und Informationsarbeit leistet das Aktienforum einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des österreichischen Kapitalmarktes.
(AG) Gesellschaftsform, bei der die Gesellschafter (die Aktionäre) an dem in Aktien zerlegten Grundkapital beteiligt sind und über die Einzahlung dieses Grundkapitals hinaus nicht haften.
siehe: Index
(Basket) Eine beliebige Zusammenstellung von Aktien, die z.B. auf Grundlage eines Aktienindex basiert.
Preis von an geregelten Märkten gehandelten Aktien. Der Kurs spiegelt das Verhältnis zum Zeitpunkt der Kursbildung von Angebot und Nachfrage wider. Zu den kursbeeinflussenden Faktoren werden u.a. die wirtschaftlichen Erwartungen, die in das betreffende Unternehmen gesetzt werden, aber auch volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen (v.a. Zinsen) sowie politische Erwartungen, Spekulationen und Interessenskäufe gezählt.
Eine Option, deren Basiswert eine Aktie ist.
Teilung des Nennwertes in kleinere Einheiten, wobei das Grundkapital und der Gesamtwert der Aktien unverändert bleiben. Bsp.: Eine Aktie mit dem Nennwert 100 notiert vor dem Split bei EUR 1.200. Durch eine Teilung auf 10 Aktien mit Nennwert 10 wird die Aktie optisch leichter. Eine Aktie kostet nach dem Split EUR 120. Ein Aktienbesitzer, der vor dem Split eine Aktie mit dem Nennwert 100 (Wert EUR 1.200) besessen hat, besitzt nach dem Aktiensplit 10 Aktien à Nennwert 10 (Wert 10 x 120 = 1.200). Der Wert seiner Veranlagung hat sich daher nicht verändert.
Eigentümer von Aktien, dem Vermögens- und Mitspracherechte zustehen.
Mitteilung des Vorstandes einer Aktiengesellschaft, in der die Aktionäre im Laufe des Geschäftsjahres, meist halb- oder vierteljährlich, über den Geschäftsgang des Unternehmens informiert werden.
Aktiva umfassen alle Vermögenswerte eines Unternehmens und werden in der Bilanz den Verpflichtungen, den Passiva gegenübergestellt. Ihre Zusammensetzung gibt darüber Auskunft, in welche Werte das Unternehmenskapital investiert worden ist. Ein Überschuss auf der Aktivseite der Bilanz entspricht dem Gewinn eines Unternehmens.
Der Fondsmanager soll durch gezielte Einzeltitelauswahl (Stockpicking) überdurchschnittliche Erträge (Outperformance) erwirtschaften. Seine Messlatte (Benchmark) ist in der Regel ein Index wie der ATX Prime.
Ein Faktor, der die Über- oder Unterbewertung einer Aktie ausdrückt. Ein positiver Alpha-Faktor für eine Aktie bedeutet, dass die Aktie unterbewertet, ein negativer Alpha-Faktor, dass sie überbewertet ist.
(at the money, ATM) Sowohl Calls als auch Puts liegen am Geld, wenn der Ausübungspreis und der Preis des Basiswertes gleich sind.
(ADR) Von amerikanischen Banken ausgegebene Hinterlegungsscheine für ausländische Aktien. ADRs verbriefen das Eigentum von Aktien inkl. Rechte wie z.B. das Recht auf Dividende. Ein ADR kann sich auf eine oder mehrere Aktien bzw. auch nur auf einen Aktienbruchteil beziehen. ADRs werden stellvertretend für die Original-Aktie gehandelt.
Option amerikanischen Stils können jederzeit während der gesamten Laufzeit ausgeübt werden. Gegenteil: Europäische Optionen
Jene börserechtliche Zulassungsform an der Wiener Börse mit den strengsten Zulassungsvoraussetzungen und Publizitätsvorschriften (Zulassungsverfahren).
(Invoice Amount) Abrechnungsbetrag, der bei Lieferung einer bestimmten Anleihe am Liefertag zu bezahlen ist. Der Andienungspreis berechnet sich aus dem Exchange Delivery Settlement Price multipliziert mit dem Konversionsfaktor der Anleihe plus deren Stückzinsen.
(Open) Erster Preis des Handelstages, der für ein fortlaufend gehandeltes Wertpapier gebildet wurde. Gegenteil: Schlusskurs
Forderungs(wert)papier mit genau festgelegten Bedingungen hinsichtlich Verzinsung, Laufzeit und Rückzahlungsverpflichtungen, mit dem die Großschuldner längerfristige Darlehen aufnehmen. Großschuldner sind i.d.R. die öffentliche Hand (Bund, Länder, Gemeinden), Unternehmen und Banken.
(Anleihe-Konditionen, Anleihe-Bedingungen) Die im Prospekt einer Anleihe abgedruckten wesentlichen Daten über die betreffende Anleihe.
Recht der Aktionäre, in der Hauptversammlung selbst Anträge zu stellen.
Geschäft, das Preisunterschiede für dasselbe Produkt an verschiedenen Märkten zur Gewinnerzielung ausnützt. Z.B. Unterschiede zwischen gleichwertigen Positionen am Kassa- und Terminmarkt oder auch Preisunterschiede einer Aktie an verschiedenen Marktplätzen (Börsen oder MTF’s).
(Vermögensstrukturierung) Beschäftigt sich mit der Fragestellung, mit welchen prozentualen Anteilen unterschiedliche Anlageobjekte (Assets) in einem optimal strukturierten Vermögen bzw. Depot vertreten sein sollen.
siehe: Fondsvolumen
siehe: Zuteilung
siehe: am Geld
(Agio) Das Aufgeld bei Wertpapieren bezeichnet die Differenz zwischen dem Nennwert eines Wertpapiers und dem tatsächlich zu zahlenden, höheren Preis, insbesondere einem höheren Ausgabepreis. Meist wird das Aufgeld als %-Wert des Nennwertes ausgedrückt.
Das Aufgeld bei Optionsscheinen wird im Zusammenhang mit der Bewertung derselben verwendet. Hier ist das Agio die Kennzahl, die aussagt, um wieviel teurer der Erwerb des Basiswertes durch Kauf des Optionsrechts mit sofortiger Ausübung desselben gegenüber dem direkten Erwerb des Basisobjektes ist.
Das Aufgeld, das beim Kauf der meisten Fonds zu zahlen ist, wird ebenfalls als Agio bezeichnet. Gegenteil: Abgeld.
siehe: Aufgeld, Agio
Bei Aktiengesellschaften das Gesellschaftsorgan, das den Vorstand bestellt, abberuft und überwacht. Der Aufsichtsrat wird von der Hauptversammlung gewählt und vertritt die Interessen der Eigentümer (Aktionäre).
(Order) Willensbekundung eines Marktteilnehmers, Wertpapiere zu kaufen bzw. zu verkaufen. Eine Order kann neben der Angabe des gewünschten Basiswertes und der gewünschten Menge auch noch zusätzlich nach bestimmten Kriterien spezifiziert werden: Zusammensetzung des Auftrages (einfach/kombiniert), Behandlung im Auftragsbuch (Zeitraum und Art der Gültigkeit) und diversen Ausführungsbeschränkungen.
(Orderbuch) Im zentralen Auftragsbuch eines von einem Börseunternehmen betriebenen Marktes werden alle Aufträge gespeichert, auf ihre Durchführbarkeit überprüft und schließlich ausgeführt. Im Auftragsbuch ist daher jederzeit die aktuelle Auftragslage ersichtlich.
(out of the money, OTM) Ein Call ist aus dem Geld, wenn der Preis des Basiswertes unter dem Ausübungspreis des Calls liegt. Ein Put ist aus dem Geld, wenn der Preis des Basiswertes über dem Ausübungspreis des Puts liegt.
Ausführungsbeschränkungen spezifizieren, wie der Auftrag ausgeführt werden soll. An den von der Wiener Börse AG betriebenen Märkten können die Beschränkungen Fill-Or- Kill und Immediate-Or-Cancel verwendet werden.
siehe: Emissionspreis
Recht der Aktionäre, in der Hauptversammlung Fragen, die die Gesellschaft und das Geschäftsergebnis betreffen, an den Vorstand zu richten. In Ausnahmefällen darf der Vorstand die Auskunft verweigern.
Die Auszahlung von Dividenden, Bonifikationen, Liquidationserlösen, etc. an den Anteilseigner. Bei ausschüttenden Wertpapieren werden die Erträge bis zum Auszahlungstag angesammelt und danach (üblicherweise einmal pro Jahr) ausgeschüttet. Am Tag der Ausschüttung vermindert sich der Wert des zugrunde liegenden Wertpapiers um den Ausschüttungsbetrag.
Jener Teil des Gewinnes, der bei Beteiligungspapieren bzw. Investmentzertifikaten an die Inhaber der Wertpapiere ausbezahlt wird.
siehe: Schreiben
Erklärung eines Optionsinhabers, dass er den Basiswert gemäß den vereinbarten Bedingungen zu kaufen (bei Calls) bzw. zu verkaufen (bei Puts) wünscht.
Zeitraum, während dessen Ausübungen im Clearingsystem (Clearing) vorgenommen werden können.
(Strike price, Exercise price, Basispreis) Preis, zu dem der Basiswert bei Ausübung der Option gekauft bzw. verkauft werden kann.
(OTC-Markt = over-the-counter Market) Geschäfte, die außerhalb der vom Börseunternehmen betriebenen Märkte zwischen den Handelsteilnehmern direkt abgeschlossen werden.
Untersegment des Terminmarktes der Wiener Börse AG. In diesem Segment sind alle Optionen und Finanzterminkontrakte, die auf österreichische Aktien bzw. Indizes lauten, zusammengefasst. Der Handel dieser Produkte findet fortlaufend über das Handelssystem OMex® statt.